Was macht man bei einer Psychoanalyse?

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Psychoanalyse von dem Nervenarzt Sigmund Freud!

Die Psychoanalyse wurde Ende des 19. Jahrhunderts von dem Nervenarzt Sigmund Freud entwickelt. Es handelt sich dabei jedoch keineswegs um ein starres Konzept. Die Psychoanalyse hat sich als eigene Kategorie im Bereich der Humanwissenschaften unaufhörlich weiterentwickelt. Im Vordergrund steht der Dialog zwischen Therapeut und Patient. Durch Gespräche sollen die vorhandenen inneren Konflikte des Patienten ergründet werden. Die Psychoanalyse beschäftigt sich mit dem Aufdecken und Verstehen von Ursachen, welche dem Patienten psychischen Leidensdruck verursachen. Handlungsanweisungen werden nicht gegeben. Eine Psychoanalyse ist aus diesem Grunde keinesfalls mit der Verhaltenstherapie zu verwechseln.

Psychoanalyse

Was ist der Kerngedanke der Psychoanalyse? 

Die Psychoanalyse beschäftigt sich mit den Gründen menschlicher Empfindungen und Handlungen. Das "Wozu" und "Warum" einer jeden Überzeugung und Handlung wird hinterfragt. Die Psychoanalyse befasst sich entgegen häufiger Annahmen nicht nur mit der Aufarbeitung von in der Kindheit liegenden Traumata. Im Rahmen der Psychoanalyse wird die gesamte Lebensgeschichte des Patienten mit einbezogen. Wie wirken sich vergangene sowie aktuelle Ereignisse auf die Gedanken und Handlungen in der Gegenwart und die Zukunftsgestaltung aus? Diese Frage gilt es zu beantworten. Der Patient wird dazu angeregt, sich in eine sogenannte "unendliche Analyse" zu begeben. Das bedeutet, dass anerkannt werden muss, dass das Leben einem ständigen Entwicklungsprozess gleicht. Verschiedene Lebensereignisse setzen verschiedene Lernprozesse in Gang, sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht. Wer sich auf die Psychoanalyse einlässt, kann den Ursachen für destruktive Gedanken und Handlungen auf die Spur kommen. Wenn der Patient die Gründe für sein Denken und Handeln versteht, kann er dies leichter verändern.

Kerngedanke Psychoanalyse

Wie gestaltet sich die Beziehung zwischen Analytiker und Analysand? 

Wie gestaltet sich die Beziehung zwischen Analytiker und Analysand?

Die Basis der psychoanalytischen Untersuchung bildet die besondere Form der Begegnung zweier Personen. Im Vordergrund steht das Gespräch zwischen Analytiker und Analysand, welches jedoch gewissen Regeln unterworfen ist. Dadurch unterscheidet sich die Psychoanalyse von einem normalen Gespräch. Der Patient wird dazu ermutigt, seine Gedanken und Gefühle frei zu äußern. Auch dann, wenn diese ihm unangenehm, unwichtig oder unangemessen erscheinen. Der Therapeut misst allen Äußerungen dieselbe Wichtigkeit bei. Er unterlässt es, sich auf eine bestimmte Thematik zu vertiefen. Dadurch erreicht der Analytiker einen Zustand größtmöglicher Offenheit, was es ihm leichter macht, den unbewussten Aktivitäten des Patienten zu folgen. Allerdings gestaltet sich das in der Praxis oftmals schwieriger, als es in der Theorie klingen mag. Sowohl Patient als auch Therapeut können manchmal nicht umhin, menschlichen Impulsen zu folgen. Statt frei zu erzählen, wird der Patient möglicherweise seinen aktuellen Leidensdruck in den Vordergrund des Gesprächs stellen wollen. Unangenehme Dinge werden aus Scham gar nicht oder in abgemilderter Form geäußert. Der Analytiker sieht erst einmal einen Menschen vor sich sitzen. Wenn wir einem Gegenüber begegnen, machen wir uns ganz automatisch ein Bild, basierend auf unseren bisherigen Erfahrungen. Wir beurteilen das Alter, das Erscheinungsbild sowie die Ausstrahlung eines Menschen. Durch zwischenmenschliche Reaktionen kann es geschehen, dass Analytiker und Patient sich gegenseitig in ihrem Verhalten beeinflussen. Aufgabe des Analytikers ist es, diese Reflexionen zu erkennen. Eine wichtige Rolle bei der Psychoanalyse spielen die sogenannten Übertragungs-Gegenübertragungs-Szenen zwischen Therapeut und Patient. Mithilfe der unterbewussten gegenseitigen Rollenerwartung lassen sich alte Beziehungskonflikte des Patienten erkennen.

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