Rauchen aufhören, dem Glimmstängel den Kampf ansagen

von Marco Glatz (Kommentare: 1)

Warum wir rauchen und wie wir damit aufhören können

Rauchen gehörte in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts fast schon zum „guten Ton“. Der Konsum von Tabakwaren war beispielsweise in Restaurants, Flugzeugen oder in Krankenhäusern gestattet (Daran ist heutzutage gar nicht mehr zu denken). Raucher galten in der allgemeinen Betrachtungsweise als gesellige und umgängliche Menschen.
Seit einigen Jahren befindet sich unsere Gesellschaft diesbezüglich im Wandel. Dies lässt sich vor allem daran feststellen, dass heutzutage in den o. g. Bereichen meist striktes Rauchverbot herrscht, an gesundheitlichen Warnhinweisen auf Zigarettenschachteln und am Vormarsch der sogenannten „E-Zigaretten“. Man kann schon fast die Uhr nach den ständigen Erhöhungen der Tabaksteuer und somit steigenden Preisen für Zigaretten stellen. Der Nichtraucher-Schutz ist mittlerweile vorrangiges Ziel der Gesellschaft und das ist gut so, denn Rauchen ist die Todesursache Nummer 1 in der westlichen Welt.

Der Trend geht ganz klar zum Rauchstopp und zu einem rauchfreien, gesuden Leben. In nahezu jeder größeren Stadt werden von staatlicher Seite und von privaten Unternehmen Kurse zur Raucherentwöhnung angeboten. Zahlreiche Hilfsmittel befinden sich auf dem Markt (auf welche im Folgenden noch genauer eingegangen wird), die eine Lösung versprechen, um endlich aufhören zu können. Warum also fällt es vielen Menschen so schwer die Reißleine zu ziehen? Die Antwort ist einfach und banal: Es handelt sich um eine Sucht! Raucher sind süchtig nach Nikotin, auch wenn sich viele Menschen diese Tatsache nicht eingestehen wollen. Irgendwann haben sie einmal angefangen und sind seit dem nicht mehr von der Zigarette „losgekommen“.
Die gute Nachricht ist: Genau wie für jede andere Sucht gibt es Möglichkeiten aus dieser Sucht zu entkommen.

Rauchenaufhören

Beweggründe für den Start in ein rauchfreies Leben und die Vorteile

Gründe für das Aufhören gibt es viele. Ganz allgemeine Gründe wären beispielsweise die Gefahren für die Gesundheit, der finanzielle Aspekt oder die gesellschaftliche Missachtung die einem als rauchendem Menschen entgegengebracht wird. Individuellere Gründe können zum Beispiel eine Schwangerschaft, die Bitte eines geliebten Menschen oder ein neues Umfeld sein. Egal, aus welchem Grund jemand dem Glimmstängel den Kampf ansagt – es lohnt sich.
Die Vorteile liegen ganz offensichtlich auf der Hand. Es handelt sich genau um die zuvor genannten Gründe. Wieder frei atmen zu können, mehr Geld auf dem Konto, sinkende Gefahr von Herz- und Kreislauferkrankungen und keine „Verachtung“ mehr durch Nichtraucher. So offensichtlich diese Vorteile für Nichtraucher (die häufig überhaupt nicht verstehen können warum jemand raucht) sein mögen, für einen Nikotinsüchtigen sind diese offensichtlichen Tatsachen kein Grund aufzuhören. Der Grund hierfür liegt im Wesen der Sucht. Das Gehirn eines Süchtigen findet alle möglichen Ausreden, warum gerade für ihn diese Vorteile nicht wichtig sind. Sogar Aussagen wie „Ich finde es einfach beruhigend“ oder „Für dieses Vergnügen gebe ich gerne Geld aus“ werden oftmals geäußert. Es handelt sich hierbei schlicht und einfach um Ausreden um weiterhin qualmen zu „dürfen“ und die offensichtlichen Vorteile auszublenden. Ex-Raucher bestätigen in nahezu allen Fällen, dass es ihnen seit dem Rauchstopp nicht einfach nur besser geht, sondern einen geradezu enormen Anstieg ihrer Lebensqualität.

Die unterschiedlichen Möglichkeiten des Aufhörens

Es gibt unterschiedliche Methoden um von der Nikotinsucht loszukommen. Nachfolgende Aufzählung ist nicht abschließend oder wertend und soll nur eine Übersicht über die gängigen Methoden geben. Welche Herangehensweise letztlich erfolgreich sein kann, ist unterschiedlich, hängt von der individuellen Situation ab und ist von Mensch zu Mensch verschieden.

Willenskraft und der Erfolg

Fangen wir mit der „schwierigsten“ Methode an. Keine Hilfsmittel und keine Hilfe von anderen. Mit dieser Methode versuchen es die meisten Raucher als erstes. Irgendwann kommt für viele zukünftige Ex-Raucher der Punkt an dem sie für sich feststellen: „Ich will nicht mehr rauchen.“ Die letzte Zigarette wird unter dem Schwur „Nie wieder!“ geraucht und von nun geht der Kampf los. Es ist sicherlich schwierig aber nicht unmöglich. Es gibt zahlreiche Menschen, die auf diese Weise aufgehört haben, aber es erfordert eben viel Willenskraft. Erfahrungsgemäß ist diese Methode häufiger von Erfolg gekrönt, wenn diese aus einem individuellen Grund (z. B. Schwangerschaft oder neuer Job) angegangen wird. Dies ist nur einer von vielen guten Tipps. Ein weiterer wäre beispielsweise sich das täglich ersparte Bargeld beiseite zulegen und sich somit ständig vor Augen zu führen wie viel Geld diese Angewohnheit buchstäblich in Rauch auflöst. Das Ersparte kann anschließend in einem lang gehegten Wunsch umgesetzt werden.

Nikotinersatzprodukte als unterstützung

Pflaster, Kaugummi, Spray und co. versprechen einfache Hilfe bei der Rauchentwöhnung. Es gibt Produkte in den unterschiedlichen Stärken stark, mittel und leicht). Das System funktioniert indem zunächst mit dem stärksten Produkt angefangen, die Dosis immer weiter gesenkt und schließlich endgültig abgesetzt wird. Diese Methode wird häufig von Ärzten verordnet, um bei der Raucherentwöhnung zu unterstützen.
Auch dieses Konzept hat bereits zahlreichen Personen geholfen. Es sollten in diesem Zusammenhang allerdings ein paar Tatsachen beachtet werden. Durch das Aufkleben von Nikotinpflastern oder Kauen von Nikotinkaugummis wird lediglich die körperliche Abhängigkeit bekämpft, die psychische Abhängigkeit jedoch nur bedingt. Durch die Verwendung dieser Produkte führt der Nutzer seinem Körper Nikotin zu, von dem er ja eigentlich wegkommen möchte. Ein klarer Vorteil ist wiederum, dass kein Rauch mehr eingeatmet wird und somit die Lunge nicht mehr mit schädlichen Stoffen belastet wird. Die Preise variieren je nach Produkt und Marke, bewegen sich jedoch meist auf ähnlichem Niveau wie die sonst konsumierten Tabakwaren.

Hypnosetherapie oder Hypnoseunterstützung

Einige Leute schwören auf Hypnose, um von den Zigaretten wegzukommen. Auch diese Verfahrensweise hat ihre Daseinsberechtigung und kann auf viele Erfolge zurückblicken. Zugegebenermaßen ist Hypnose nicht jedermanns Sache. Manche Menschen lehnen es sogar strikt ab, sich hypnotisieren zu lassen. Um die genaue Funktionsweise von Hypnose in diesem Zusammenhang zu verstehen, empfiehlt sich eine ausgiebige Beratung durch einen Spezialisten.

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Die Allen-Carr-Methode

Allen Carr ist ein britischer Buchautor, der durch sein berühmtes Buch „Endlich Nichtraucher“ (und folgende Titel) bekannt wurde. Carr „erfand“ diese Methode praktisch zufällig, als er selbst zum wiederholten Male mit seinem Konsum aufzuhören versuchte. Die Methode basiert darauf über das Rauchen aufzuklären (ohne auf den bereits bekannten gesundheitlichen Nachteilen herumzureiten) und die Funktionsweise der Sucht im Gehirn zu erläutern. Vereinfacht gesagt wird der Leser nach und nach von der Gehirnwäsche des Nikotins „befreit“ und nachhaltig erklärt, dass Rauchen nicht nötig ist und es nichts „aufzugeben“ gibt. Eine Zusammenfassung des Buches ist schwer möglich – nur durch das Lesen besteht die Möglichkeit, auf diese Weise erfolgreich zu sein.
Nach eigenen Angaben hat Allen Carr mit seinem Buch bzw. mit seiner Methode weltweit Millionen von Rauchern geholfen. Es gibt mittlerweile in den meisten Ländern der Welt Zentren, in denen ca. 5-stündige Kurse mit diesem Konzept abgehalten werden. Sie versprechen nach diesen fünf Stunden „endlich Nichtraucher“ zu sein. Überall auf der Welt haben es zahlreiche Menschen bereits auf diese Weise geschafft.

Die Bedenken im Vorfeld

“Ich werde stark zunehmen!“ oder “Mein rauchendes Umfeld wird sich von mir abwenden!“ sind nur zwei Beispiele für zahlreiche Bedenken die häufig im Vorfeld auftreten. Eines sei gleich vorab gesagt: All diese Bedenken (mit Ausnahme der Gewichtszunahme) entstehen nur in unserem Kopf, entsprechen nicht der Wahrheit und lassen sich bei genauem Nachdenken leicht widerlegen. Beispielsweise wird sich niemand von einem abwenden, wenn man endgültig aufhört. Das Gegenteil ist der Fall. Da nahezu alle Raucher sich wünschen, aufhören zu können, wird der ehemalige Raucher eher Bewunderung als Abneigung erfahren. Die Illusion sich ohne Glimmstängel nicht konzentrieren zu können ist ein weiterer Trugschluss. Konzentrationsstörungen können zwar während der Raucherentwöhnung auftreten, letztlich jedoch werden sie durch Zigarettenkonsum erst hervorgerufen. Auf diesen Trugschluss wird im o. g. Buch „Endlich Nichtraucher“ intensiv eingegangen.
Einzig die Gewichtszunahme stellt für viele tatsächlich ein Problem dar. Einige Personen neigen dazu, sich eine „Ersatzbefriedigung“ in Form von Essen oder Süßigkeiten zu gönnen, auch wenn das an sich überhaupt nicht nötig ist. Im Falle einer Zunahme von ein paar Kilo ist dies immer noch die attraktivere Variante als sein Leben lang an eine Sucht gefesselt zu sein, die einem langsam aber sicher körperlich zerstört. Schließlich können diese Kilos ja auch wieder z. B. durch mehr Sport (der einem als Nichtraucher erheblich leichter fällt) wieder abgenommen werden.

Start in ein rauchfreies Leben

Egal, mit welcher Methode sich letztlich der Erfolg einstellt, das Ergebnis ist immer das gleiche. Ehrlich betrachtet, bringt Nichtraucher zu sein nur Vorteile und keine Nachteile mit sich. Um es noch mal zusammenzufassen: als Nichtraucher erwartet einem ein gesundes Leben mit erheblich reduzierter Gefahr von Gesundheitsschäden, mehr Geld auf dem Konto, Freiheit von einer Abhängigkeit, mehr Selbstbewusstsein und eine höhere körperliche Leistungsfähigkeit. Mit ein bisschen Willenskraft, kompetenter Beratung und Hilfe kann jeder mit dem Rauchen aufhören und sein Leben dadurch deutlich verbessern. Es braucht nur ein kleines Maß an Mut die Sache anzugehen!

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Kommentar von Walter Hauser |

Sehr geehrter Herr Glatz, Danke für meine Raucherentwöhnung!
Das was ich durch die Nicorette, Pflaster und co nicht geschafft habe, wurde bei Ihnen wahr. Keine Zigarette mehr, einfach rauchfrei. Nicht nur ihr Erstgespräch hat mir schon sehr gefallen, nein auch die Beratung und Betreuung während der Raucherentwöhnung ist top. So wie sie es schon sagten oder die vielen Tipps die Sie mir gegeben haben, meinem Körper und meiner Gesundheit geht es besser einfach besser. Entzugserscheinungen hatte ich keine, ich bewege mich nur mehr als früher. Danke für Ihre Hilfe

Antwort von Marco Glatz

Sehr geehrter Herr Hauser, DANKE für Ihre Rückmeldung!

Keine Zigarette, kein Nicotin einfach ein Rauchstopp und wir haben darüber noch scherze gemacht.
Und es hält nicht einen Tag, nicht zwei Tage auch nicht drei Tage, bei Ihnen sind es jetzt schon mehr als 5 Monate. Bewegung ist wichtig "denn wir wissen ja seit der Beratung ", wenn wir aufhören zu Rauchen, dass wir ca 100 bis 200 kcal weniger verbrennen.
Alles Gute Glatz Marco

 

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