Der Unterschied zwischen den 4 Psych

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Unterschied zwischen den 4 Psych

Der Unterschied zwischen Psychologe — Psychiater — Psychotherapeut — Psychologische Beratung
Die Begriffe Psychologe, Psychiater und Psychotherapeut werden oftmals in einem Atemzug genannt. Tatsächlich befassen sich all diese Berufsgruppen im weitesten Sinne mit psychischen Krankheitsbildern. Dennoch gibt es signifikante Unterschiede hinsichtlich der Zuständigkeitsbereiche. In manchen Fällen kommt es jedoch auch zu Überschneidungen. Der nachfolgende Artikel soll einen kompakten Überblick verschaffen.

Was machen PsychologInnen?

Die Voraussetzung, um sich "Psychologe" nennen zu dürfen, ist der erfolgreiche Abschluss eines Universitätsstudiums. Im Rahmen dieses Studiums besteht die Möglichkeit, sich schwerpunktmäßig auf einen bestimmten Bereich festzulegen. Hierbei kann es sich z. B. um Neuropsychologie, Gesundheitspsychologie, klinische Psychologie oder Wirtschaftspsychologie handeln. Dies sind allerdings nur wenige Beispiele eines breiten Spektrums an Möglichkeiten. Um in Eigenregie Diagnosen stellen zu dürfen oder psychisch erkrankte Menschen zu behandeln, muss die Zusatzausbildung des Klinischen Psychologen und Gesundheitspsychologen absolviert werden. Ansonsten ist dies untersagt.

PsychologInnen

Was machen Klinische PsychologInnen?

Die Ausbildung zum Klinischen Psychologen unterliegt in Österreich genauen gesetzlichen Regelungen. Ein erfolgreicher Abschluss des Universitätsstudiums bildet hierbei die Grundvoraussetzung. Die postgraduelle Ausbildung erstreckt sich über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren. Im Rahmen der Ausbildung ist ein theoretischer und praktischer Teil vorgesehen. Eine Supervision erfolgt begleitend. Nach erfolgreicher Ausbildung können Klinische Psychologen selbstständig Diagnosen stellen und Patienten behandeln.

Die klinisch-psychologische Diagnostik beinhaltet die Untersuchung von Menschen, die unter psychosomatischen Beschwerden oder unter psychischen Störungen leiden. Von einer psychosomatischen Erkrankung spricht man, wenn für körperliche Beschwerden statt einer organischen Ursache ein seelischer Auslöser verantwortlich ist. Dies kann z. B. bei chronischen Schmerzen, Haarausfall, Panikattacken oder Essstörungen der Fall sein. Ein Klinischer Psychologe wird die akuten psychischen Beschwerden des Patienten zu lindern versuchen. Darüber hinaus werden auch vorbeugende sowie rehabilitierende Maßnahmen ergriffen.

Klinischen Psychologen

Das Ziel eines Klinischen Psychologen besteht darin, Krankheiten vorzubeugen und psychischen Leidensdruck bzw. psychische Störungen abzumildern oder mithilfe von Therapiemaßnahmen zu beseitigen. Dabei werden vor allem die Selbstheilungskräfte des Patienten angesprochen. Dieser soll lernen, seine psychische Krankheit zu bewältigen und die Genesung zu unterstützen. Dies funktioniert natürlich am besten, sofern bei dem Patienten eine Krankheitseinsicht und der Wille zur Veränderung vorhanden ist. Die Behandlung eines Klinischen Psychologen konzentriert sich auf das konkrete Störungsbild des jeweiligen Patienten. Die Behandlung basiert auf gründlichen Anamnesen und orientiert sich an wissenschaftlichen Theorien. Der Patient lernt, seine Krankheit zu verstehen, indem man ihm die nötigen Informationen zukommen lässt und ihm Entscheidungshilfen anbietet. Der Klinische Psychologe unterstützt seine Patienten, die vorhandenen Probleme zu benennen und konkrete Lösungsansätze zu erarbeiten.

Die klinisch-psychologische Beratung und Behandlung kann sich unterschiedlicher Behandlungsmethoden bedienen. Um einen optimalen Behandlungserfolg zu erzielen, müssen oftmals mehrere Methoden miteinander kombiniert werden. Es können Einzelsitzungen und Gruppensitzungen durchgeführt werden. Eine wichtige Rolle in der klinischen Psychologie spielt die sogenannte Psychoedukation. Dabei wird dem Patienten systematisch wissenschaftlich belegtes Wissen zu seiner Krankheit nahegebracht, was diesem helfen soll, die Ursachen zu ergründen zu verstehen. Wenn dieser Prozess erfolgreich verläuft, entwickelt der Patient häufig einen besseren Umgang mit seinem Störungsbild. Weiters werden in der klinischen Psychologie Entspannungsmethoden, gezielte Trainingsprogramme zum Umgang mit der Störung sowie Biofeedback eingesetzt.

Marco Glatz


Autor: Marco Glatz
Position: Geschäftsführer



Aktualisiert:
17

Was machen GesundheitspsychologInnen?

Die Ausbildung zum Gesundheitspsychologen unterliegt in Österreich ebenfalls genauen gesetzlichen Vorschriften. Der Abschluss des Universitätsstudiums ist auch hier eine Voraussetzung. Die Ausbildung beinhaltet einen ca. ein- bis zweijährigen theoretischen und praktischen Teil mit paralleler Supervision. Die Aufgabe von GesundheitspsychologInnen besteht darin, sich mit präventiven Maßnahmen zu beschäftigen, um die Gesundheit von Patienten zu fördern und Erkrankungen vorzubeugen. Liegt bereits eine Erkrankung vor, sorgen Gesundheitspsychologen im Rahmen der Behandlung dafür, dass es nicht zu neuerlichen Krankheitsausbrüchen kommt. Gesundheitspsychologen schulen das Bewusstsein ihrer Patienten für die eigene Gesundheit und das persönliche Risikoverhalten. Dem Patienten werden Wege aufgezeigt, wie er selbst dazu beitragen kann, seine Gesundheit zu verbessern oder zu erhalten. Sie führen Einzel-, Gruppen- sowie Familientherapie durch. Man findet GesundheitspsychologInnen nicht ausschließlich in Krankenhäusern, sondern auch in Schulen, Firmen und Rehazentren.

Was macht ein Facharzt für Psychiatrie und Neurologie (Psychiater)?

Um die Berufsbezeichnung Psychiater und Neurologe tragen zu dürfen, muss eine Facharztausbildung in Psychiatrie und Neurologie abgeschlossen werden. Psychiater und Neurologen diagnostizieren und therapieren psychische Störungen und Krankheitsbilder. Sie sind für die Einleitung und Überwachung einer medikamentösen Therapie verantwortlich. Alle Einzelheiten sind im Ärztegesetz geregelt. Ein Großteil der psychiatrischen Ärzte hat zusätzlich eine Psychotherapieausbildung absolviert. Sie können daher auch als Psychotherapeuten tätig sein.

Psychiater und Neurologe

Was machen PsychotherapeutInnen?

Die Ausbildung zum Psychotherapeuten ist im Gegensatz zu den bisher beschriebenen Berufsbildern nicht nur mit akademischem Abschluss möglich. Auch Personen anderer Berufsgruppen, wie z. B. Krankenschwestern, Lehrer und Sozialarbeiter können diese Ausbildung absolvieren. Die Rahmenbedingungen unterliegen dennoch einer strengen gesetzlichen Regelung. Der Begriff Psychotherapie bezeichnet ein eigenständiges Heilverfahren im Gesundheitsbereich, dessen Aufgabe die Behandlung von psychosozialen, psychischen und auch psychosomatischen Störungen und Beschwerden umfasst. Zu Beginn der Therapie legen der Patient und der Therapeut individuelle Therapieziele fest. Ziel ist es, das seelische Wohlbefinden des Patienten wiederherzustellen. Welche Inhalte im Rahmen einer Therapie besprochen werden, richtet sich nach dem Beschwerdebild des Patienten. Einen starr festgelegten Leitfaden für eine Psychotherapie gibt es nicht. Im Fokus steht jedoch die Gesprächstherapie. Der Psychotherapeut ist in der Lage, die Probleme des Patienten auf eine konstruktive Weise zu betrachten, damit dieser evtl. seine Sichtweise korrigiert und neue Lösungsansätze findet.

Was versteht man unter einer psychologischen Beratung?

Die psychologische Beratung wird der nicht heilkundlichen Psychologie zugeordnet. Dies bedeutet, es darf ausschließlich eine Beratung erfolgen. Eine Behandlung von psychischen Störungen ist nicht möglich. Das Gesetz regelt die Grenzen zwischen der psychologischen Beratung und der Psychotherapie. Die psychologische Beratung richtet sich dementsprechend an psychisch gesunde Menschen, die ein konkretes Anliegen besprechen möchten oder sich Unterstützung bei der Bewältigung einer aktuellen Lebenskrise wünschen. Eigenständige Krankheitsbilder wie Depressionen, Angststörungen oder Suchterkrankungen liegen bei den Ratsuchenden jedoch nicht vor. Ist Letzteres der Fall, sollte statt einer psychologischen Beratung lieber eine Psychotherapie in Erwägung gezogen werden. Die psychologische Beratung kann in allen Lebensbereichen erfolgen (Eheberatung, Studienberatung, Konfliktberatung, Beratung für Führungskräfte ...). Ziel der psychologischen Beratung ist es, ein konkretes Problem zu lösen und damit die Lebenszufriedenheit des Ratsuchenden zu erhöhen, auch mittels einer Hypnose. Manchmal bedient sich die psychologische Beratung gewissen Maßnahmen, die man aus dem Bereich der Psychotherapie kennt.

 

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