Die Ursachen von Schlafstörungen und wie sie zu lösen sind

von Glatz Marco

Schlafstörungen eher ein Symptom als das Problem?

In den letzten Jahren und Jahrzehnten haben Schlafstörungen stark zugenommen, so dass sie mittlerweile ein weit verbreitetes Problem darstellen. Aufgrund der daraus hervorgehenden persönlichen, sowie beruflichen Folgen werden sie von den Betroffenen als besonders belastend wahrgenommen und es wird oft zu Medikamenten gegriffen.

Doch tatsächlich sind Schlafstörungen in den meisten Fällen nur eines von vielen Symptomen einer unausgeglichenen Lebensführung. Bei der Befragung von Personen, die unter Schlafstörungen leiden, stellt sich schnell heraus, dass fast jeder von ihnen mit seinem Leben unzufrieden ist oder einen sehr stressigen Alltag hat. Da die daraus resultierenden Folgen meist eher psychischer Art sind, wie Unzufriedenheit oder schwächere geistige Leistungsfähigkeit, werden diese oft anfangs ignoriert oder übersehen. Meist leiden in Folge auch das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen darunter. Erst beim Eintreten von körperlichen Folgen wie Müdigkeit, geringe körperliche Leistungsfähigkeit und vor allem Schlafstörungen, wird den Betroffenen das Problem bewusst. Da das psychische Wohlbefinden jedoch nicht objektiv messbar ist und der Prozess für gewöhnlich sehr langsam und schleichend vor sich geht, wird erst gar kein Zusammenhang zwischen den psychischen und den körperlichen Symptomen gesehen. Die körperlichen Probleme werden so eher als rein körperliches oder hormonelles Problem angesehen und es wird erst gar nicht versucht, eine psychische Ursache zu finden und diese zu lösen. Dabei sind Schlafstörungen aufgrund von körperlichen Problemen nur sehr selten. Zudem lässt sich auch bei näherer Betrachtung im Bekanntenkreis feststellen, dass jene, die über Schlafprobleme klagen, für gewöhnlich in dem Moment nicht psychisch ausgeglichen sind und meist mit einer problematischen Situation zu kämpfen haben.

Ursachen von Schlafstörungen
Bei gesunden und ausgeglichenen Menschen erfolgt das Ein- und Durchschlafen unbewusst und natürlich. Wenn man sie fragt, wie oder wann sie einschlafen, können sie meist keine genaue Antwort geben, da der Übergang von Wach- zum Schlafbewusstsein ein kurzer und sanfter Prozess ist. Personen, die nicht ausgeglichen sind oder vor einem stressigen oder belastenden Ereignis stehen, sind hingegen nicht in der Lage, ihre Gedanken zu beruhigen und müssen sich durchgängig mit ihnen beschäftigen. Dies wird besonders beim Versuch zu schlafen sehr belastend. Während es tagsüber meist genügend Möglichkeiten gibt, sich zumindest ein wenig von den Gedanken abzulenken, gibt es im Bett nicht wirklich eine Ablenkung davon. Hinzu kommt, dass mit jeder schlaflosen Stunde der Stress und der Drang einzuschlafen steigt, weil sich bereits die Folgen für den nächsten Tag ausgemalt werden. So wurde in Versuchen festgestellt, dass die Testpersonen weit besser schliefen, wenn ihnen ein Placebo gegeben wurde, von dem ihnen gesagt wurde, dass dieses sie die ganze Nacht wachhalten wird. Auf diese Weise haben die Versuchspersonen bereits damit gerechnet, nicht schlafen zu können und sich keinen Stress mehr gemacht, einzuschlafen.

Die Voraussetzung sind Körperliche und geistige Entspannung

Körperliche und geistige Entspannung ist also die wichtigste Voraussetzung, um Schlaflosigkeit loszuwerden. Als erste Hilfe reicht es meist schon, sich eine entspannende Tätigkeit vor dem Einschlafen zu suchen, welche zur Gewohnheit werden kann. Gute Beispiele wären, vor dem Schlafen zu meditieren, im Bett noch ein Buch zu lesen oder ruhige und entspannende Musik zu hören. Dabei sollte drauf geachtet werden, dass man sich vor dem Schlafen keinem blauen Licht, wie es oft von Bildschirmen ausgestrahlt wird, aussetzt, da dieses die Schlafprobleme verstärken kann. Fernsehen oder Tätigkeiten am PC sind also kontraproduktiv.

Um die tieferen Ursachen von Schlaflosigkeit zu lösen, ist jedoch meist professionelle Hilfe Notwendig. Nachdem ein Arzt überprüft hat, ob möglicherweise doch körperliche Ursachen, wie zum Beispiel Schilddrüsenprobleme zugrunde liegen, bietet es sich an, einen ausgebildeten Coach hinzu zu ziehen. Dieser kann mit Hilfe von Hypnocoaching dabei helfen, die Schlaflosigkeit zu besiegen. Zum Beispiel mit autosuggestiver Hypnose, welche auch als autogenes Training bekannt ist, können innere Programmierungen, welche Stress oder psychisches Unwohlsein auslösen, überwunden werden. Anschließend ist es möglich, das eigene Unterbewusstsein so zu trainieren, dass man trotz stressiger Situationen oder Ereignisse die Ruhe bewahren kann. Indem man sich selbst regelmäßig positive Suggestionen gibt, lenkt man das Unterbewusstsein in die gewünschte Richtung. Mit der Zeit verankern sich die Suggestionen und es bedarf keiner Anstrengung mehr, entspannt und ausgeglichen zu bleiben.

Eine weitere Möglichkeit um sich zu entspannen ist der sogenannte Körperscan. Bei ihm wird das Bewusstsein von den störenden Gedanken weggelenkt und nach innen gekehrt. Es wird eine tiefe Entspannung bis hin zu einem leichten Zustand der Trance ausgelöst. Hierzu wird die Aufmerksamkeit hintereinander auf verschiedene Stellen des Körpers gelenkt. Begonnen wird mit der Stirn. Die Aufmerksamkeit wird völlig auf die Stirn gelenkt und dort gehalten, bis sich diese komplett entspannt anfühlt. Sobald dies erfolgt ist, wird zu dem nächsten Punkt, dem gesamten Gesicht übergegangen und auch hier wird die innere Wahrnehmung gehalten und sich darauf konzentriert, dass sich das Gesicht entspannt. Es folgt die Kopfhaut, der Nacken, die Schultern, auf beiden Seiten die Wirbelsäule entlang, bis der gesamte Körper sich völlig entspannt hat. Am besten eignet sich dazu die Rückenlage mit den Armen und Beinen frei in einer angenehmen Position liegend. Wenn ein einmaliger Durchgang noch nicht den gewünschten Erfolg bringt, kann der Körperscan problemlos erneut durchgeführt werden. Oft sind die ersten Versuche noch nicht sehr wirksam, da die Praktik für den Ausführenden noch ungewohnt ist. Doch schon nach wenigen Tagen regelmäßiger Übung beginnt die Entspannung immer tiefer zu werden und ermöglicht einen entspannten Schlaf.

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Kommentar von Gustav Sucher |

Hallo, ich habe gelesen, dass Magenprobleme auch eine Ursache für schlechten Schlaf sein kann. Ich habe seither die Kohlenhydrate vor 18 Uhr weggelassen und kann so viel entspannter Schlafen. Danke für die vielen Tipps!