Die Ursache von Sucht und wie sie sich überwinden lässt

von Glatz Marco

Warum ein Entzug keine großen Erfolgschancen hat

Legale & illegale Drogen, Alkohol wie auch Medikamente!

Ich bin kein Arzt oder Therapeut, doch arbeite ich sehr viel mit Jugendlichen und deren Eltern oder mit Erwachsenen zusammen. Egal in welcher Institution ich arbeite oder in den letzten Jahren gearbeitet habe, es sind mir immer mehr Zusammenhänge beim Thema Drogen aufgefallen, die ich gerne teilen möchte. Darum habe ich diesen zweiteiligen Artikel geschrieben, um mal darüber nachdenken zu können und andere Sichtweisen zu bekommen. In meinen Vorträgen pflege ich immer zu sagen „Glauben Sie nicht alles was ich sagen, glauben Sie nur das, was Sie sich vorstellen können und für Sie passend ist.“

Die Medien berichten in den letzten Jahren regelmäßig von extremen Anstiegen des Konsums von Suchtmitteln. Hierbei handelt es sich nicht nur um illegale Drogen sondern vor allem Alkohol wie auch Medikamente werden immer häufiger konsumiert. Hauptsächlich beziehen sich diese Angaben auf Jugendliche, aber auch bei Erwachsenen nimmt der Konsum stetig zu. Je mehr sich die Welt vernetzt und je weiter die Technik voranschreitet, desto einfacher wird auch die Beschaffung von Rauschmitteln, ist es doch heute fast jedem möglich, problemlos im Internet legale wie auch illegale Mittel zu bestellen. Trotz diesem rapiden Anstieg lassen die zuständigen Stellen eine Anpassung der Präventions- und Therapiemaßnahmen vermissen. So zeigen verschiedene Statistiken, dass die Rückfallquote nach einer behandelten Sucht bei über 90% liegt. Selbst bei regelmäßigem Besuch einer Selbsthilfegruppe fallen noch 80% der Personen in eine Sucht zurück.

Ursache von Sucht

Angemessene Behandlung und Prävention schon in den Schulen!

Der Hauptgrund hierfür ist, dass die Drogensucht nicht ganzheitlich betrachtet und somit auch nicht angemessen behandelt wird. Dies beginnt bereits bei der Suchprävention in den Schulen. Kindern und Jugendlichen wird meist eher Angst vor den Drogen gemacht, als wahrheitsgemäß aufzuklären. Dies steigert zum einen die Neugier auf Gefährliches und Verbotenes. Zum anderen relativieren sich die Gefahren, wenn erst einmal herausgefunden wird, dass manche Warnungen nicht der Wahrheit entsprachen. Vor allem wird der Grund für die Sucht auf das Suchtmittel geschoben, anstatt sich auf den Süchtigen zu konzentrieren. Für diesen stellt der Drogenkonsum oft den letzten Ausweg aus einer emotionalen Notlage dar. Wäre dem nicht so, würde die Drogenprävention durch die teils überzogen dargestellten Gefahren bereits ausreichen, um jeden vernunftbegabten Menschen für immer von Rauschmitteln fern zu halten. In einer Situation, die ausweglos erscheint, sieht der Suchtgefährdete jedoch über die Risiken hinweg, da diese das geringere Übel darstellen. Was also zur Sucht führt ist nicht die Droge, sondern der psychische Zustand des Konsumenten. Dieser ist letztlich auch für das Aufrechterhalten der Sucht verantwortlich. So wird im „The American Journal Of Addiction“ von dem Fall berichtet, dass amerikanische Soldaten im Vietnamkrieg häufig Heroin konsumierten. Während die Regierung sich bereits auf eine massive Zunahme an Heroinabhängigen vorbereitete und deren Behandlung plante, zeigte sich nach Ende des Krieges, dass nur ein Bruchteil der Soldaten auch nach Rückkehr in ihre Heimat weiterhin dem Drogenkonsum nachging. Die bedrohliche und stressvolle Situation des Krieges brachte die Soldaten dazu, mit dem Konsum zu beginnen, um die Umstände besser ertragen zu können. Als sie schließlich wieder zu ihrer Familie zurückgekehrt und einen normalen Alltag hatten, die problematische Situation also vorbei war, gab es keinen Grund und keinen Bedarf mehr daran, sich zu berauschen und selbst eine bereits eingesetzte körperliche Abhängigkeit lässt sich in einem sicheren Umfeld schnell überwinden. In einem geregelten und zufriedenen Alltag ist die Entstehung oder das Andauern einer Sucht also sehr unwahrscheinlich, selbst wenn süchtig machende Mittel konsumiert wurden.

Wo liegt die Ursache

Die Ursachen der Abhängigkeit sind in der Psyche des Abhängigen zu suchen. Diese können bis in die frühe Kindheit zurückgehen. So gibt es Hinweise darauf, dass Kinder, deren Grundbedürfnisse nicht ausreichend befriedigt wurden oder die nicht die nötige Aufmerksamkeit bekamen, später anfälliger für Süchte aller Art werden. Hierbei entsteht bei dem Kind ein Bewusstsein von Mangel und Hilflosigkeit, welches sich unbewusst festsetzt und das Leben lang bestehen bleiben kann. Der so gefühlte Mangel an Geborgenheit und Zufriedenheit kann dann später im Leben durch Suchtmittel betäubt werden. Aber auch im späteren Lebensalter werden oft noch Auslöser für eine Sucht gesetzt. Ängste und Enttäuschungen führen bei Menschen, die nicht gelernt haben, mit ihnen umzugehen, ebenfalls oft zu einer Betäubung durch Rauschmittel. So kann es vorkommen, dass bei Problemen und Unzufriedenheit im Leben bereits vom Arzt verschriebene Medikamente wie Schlaf- oder Beruhigungsmittel zum Auslöser einer Sucht werden könnte, sobald sie erst konsumiert werden.

Lesen Sie hier meinen zweiten Teil zum Thema "warum ein Entzug keine großen Erfolgschancen hat"

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