Teil 2 "Die Ursache von Sucht und Überwindung"

von Glatz Marco

Die Ursache von Sucht und Überwindung - Teil 2

Ich freue mich, dass Sie den zweiten Teil zu dem Thema „warum ein Entzug keine großen Erfolgschancen hat“ angeklickt haben und dadurch Interesse zeigen an diesem alltäglichen Problem unserer Gesellschaft. Warum werden heute Glückshormone manipuliert, welche aber das Wohlbefinden steigern würden? Greifen auch Sie täglich zu künstlichen Glücksgefühlerzeugern? Viele Klienten und Klientinnen, die meine Praxis besuchen, greifen täglich zu künstlichen Glücksgefühlerzeugern und würden gerne mit Hilfe einer Hypnose oder einer Beratung davon loskommen. Aber jetzt weiter in unserem Thema „Entzug & Erfolgschancen“.

Erinnerung von Teil 1“……, dass bei Problemen und Unzufriedenheit im Leben bereits vom Arzt verschriebene Medikamente wie Schlaf- oder Beruhigungsmittel zum Auslöser einer Sucht werden kann, sobald sie erst konsumiert werden.“

Medikamente Sucht

Substanzen die dem Gehirn befehle geben

Dies hängt in erster Linie mit der Wirkweise von Drogen aber auch anderen süchtig machenden Mitteln und Verhaltensweisen zusammen. Die Substanz gibt dem Gehirn den Befehl, bestimmte Hormone auszuschütten. Darunter befinden sich auch Glückshormone und andere körpereigene Stoffe, welche das Wohlbefinden steigern. Bei gelegentlichem Konsum seitens zufriedener Personen mag dies noch keine großartig negativen Auswirkungen haben, doch es kann schnell vorkommen, dass eine ausbleibende natürliche Ausschüttung von Glückshormonen nun durch externe Substanzen ersetzt wird. Ein gesunder Alltag ist voll von Situationen, die zur Ausschüttung von Glückshormonen beitragen. Schulischer oder beruflicher Erfolg, eine schöne Zeit mit Freunden und Familie oder das Erreichen persönlicher Ziele machen uns glücklich. Wenn solche Dinge jedoch nicht gegeben sind, wird der Mensch auf die Dauer unglücklich und sieht bald nur noch die Möglichkeit, sich auf künstliche Weise dieses Glück zu verschaffen. Dies kann durch simulierte Erfolgserlebnisse wie beim Glücksspiel geschehen oder eben auf direktem Wege durch Rauschmittel. Dabei hat sich gezeigt, dass sobald der Alltag sich zum positiven wendet auch schnell wieder von der Sucht abgelassen wird. In den meisten Fällen bildet sich jedoch ein Teufelskreis. Da Glücksgefühle uns motivieren, ein erfolgreiches Leben zu führen um das Glücksgefühl beizubehalten und sogar zu steigern, bleibt diese Motivation bei der künstlichen Glücksgefühlerzeugung aus. Diese ist nämlich nur von einer einfachen Handlung, wie dem Konsum einer Substanz, abhängig. Dadurch fehlt dem Konsumenten die Motivation, seine Situation zu verbessern, wodurch sich diese meist immer weiter verschlechtert. Bald ist das Suchtmittel die einzige Quelle von Glücksgefühlen und er rutscht immer tiefer in die Sucht.

Besserung der eigenen Situation

Ab diesen Punkt fällt bereits der Entschluss zum Entzug schwer, da dieser keine Besserung der eigenen Situation verspricht und der Betroffene schließlich mit einem unzufriedenen Leben und zudem selbst ohne ein künstliches Glücksgefühl dastehen würde. Mit einem solchen Ausblick ist die Willenskraft, die es bedarf, um die Schwere eines Entzuges durchzustehen, nicht aufzubringen. Doch selbst wenn die Motivation gefunden und ein Entzug durchstanden wird, ist es schwierig, einen Rückfall zu verhindern. Betroffene berichten davon, dass jede Tätigkeit sinnlos erscheint und ihnen nichts mehr Freude macht. Je länger ein Drogenmissbrauch anhält, desto mehr stellt der Körper zudem die natürliche Produktion der eigenen Glückhormone ein, da diese bereits durch den Drogenkonsum ausreichend produziert werden. Nachdem die Substanzen nun nicht mehr konsumiert werden, dauert es noch eine Weile, bis der Körper die eigene Produktion erneut beginnt und bis sie wieder einen normalen Stand erreicht hat. Für diese Zeit fehlen dem Betroffenen also sowohl die natürlichen Glückshormone, als auch die künstlich angeregten. Wenn er zudem in die gleiche Situation zurückkehrt, mit der er zuvor nicht zufrieden war und die ihn zum Konsum gebracht hat, ist es nicht verwunderlich, dass sehr bald ein Rückfall geschieht.

Ein Entzug mit langfristigen Erfolgschancen?

Dies zeigt deutlich, dass ein Entzug langfristig keine Erfolgschancen hat, wenn nicht zuvor die Ursachen der Sucht behandelt wurden. Es muss in Erfahrung gebracht werden, welche bewussten und unbewussten Prägungen die Sucht ausgelöst haben und welche Aspekte des Lebens diese erst ermöglicht haben. Manchmal sind die Ursachen dem Betroffenen selbst nicht bewusst, da sie teilweise tief im Unterbewusstsein verankert sind. In vielen Fällen hängen sie jedoch mit dem Alltag der Person, mit dem Umfeld oder der Zukunftsplanung zusammen. Hinzu kommt, dass vielen Menschen die heutige Welt zu schnell und zu unübersichtlich wird und sie keinen Platz mehr für sich finden. Oft wissen sie mit ihrem Leben nichts anzufangen und haben keine hoffnungsmachenden Zukunftsvorstellungen. Diese Ängste lassen sich durch Rauschmittel leicht betäuben. Ein erster Schritt ist es also, dem Menschen ein neues Selbstbewusstsein zu geben und ihn auf den ersten Schritten zu begleiten, ihm zu helfen, eine erfüllende Aufgabe zu finden und auf eine glückliche Zukunft hinzuarbeiten. Erst wenn dies getan ist, kann ein Entzug wirklich dauerhaft Erfolg haben. Je nach Schwere der Sucht muss sich hierbei auf geschulte Fachpersonen wie Ärzten und Psychologen verlassen werden. In weniger schlimmen Fällen kann auch ein Lebensberater bereits die erste Verbesserung erzielen. Er hat Erfahrung im Umgang mit Menschen und ihren Problemen und kann oft schon erste Anregungen geben um das eigene Leben wieder zu ordnen. Auch kennt er Techniken um Ängste und Stress abzubauen und die Motivation zu finden, Süchte zu überwinden.

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